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Tipps für den Verbraucher....
#1
Hähnchenfleisch mit Keimen belastet

Erneut ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastetes Hähnchenfleisch gefunden worden. Nach Mitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) waren zehn von zwanzig Hähnchenfleischproben aus Supermärkten und Discountern mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Die Haltungsbedingungen in großen Tierhaltungsanlagen und der systematische Einsatz von Antibiotika in der Geflügelhaltung werden als Hauptursachen genannt.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft den massiven Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung als bedenklich ein. Die BUND-Funde seien nichts Neues, sie bestätigten im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2009 erhobene Daten zur Resistenzsituation von Zoonoseerregern und anderen Keimen. Das BfR begrüßt das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorgelegte Maßnahmenpaket zur Verminderung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung; der BUND hält es für nicht weitreichend genug.
Bis das Maßnahmenpaket greift und solange sich die Haltungsbedingungen für Masthähnchen nicht wesentlich ändern, bleibt Verbrauchern, die weiterhin Hähnchenfleisch essen möchten nur, sich an strenge Hygieneregeln zu halten. So können sie das Risiko verringern, sich mit Keimen zu infizieren, die über das Geflügelfleisch übertragen werden. Praktische Tipps:
Beim Einkauf von tiefgekühltem Hähnchenfleisch darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Das heißt, die Ware sollte in einer Kühltasche möglichst umgehend nach Hause gebracht und dort bis zur Verarbeitung gekühlt aufbewahrt werden.
Tiefgekühltes Hähnchenfleisch ohne Verpackung im Kühlschrank auftauen lassen und das Auftauwasser entsorgen.
Das Fleisch unter fließendem Wasser abspülen, mit einem "Einwegtuch" abtupfen. Verpackung, Auftauwasser und Tuch sorgfältig entsorgen.
Alle Arbeitsgeräte, die mit dem Fleisch in Kontakt kommen, sofort mit heißem Wasser spülen und niemals für die Verarbeitung anderer Lebensmittel verwenden. Also: Nicht mit dem Messer erst das Fleisch und dann Gemüse schneiden. Auch das Schneidebrett nicht für andere Arbeitsgänge verwenden, sondern sofort heiß abspülen und waschen.
Das Fleisch bei gleichmäßiger Temperatur durchgaren bis der austretende Fleischsaft klar ist. Erst bei über 70 Grad Celsicus für mindestens zwei Minuten werden Keime ausreichend abgetötet.
Und: Hände waschen nicht vergessen.

Quelle: Renate Kessen, <!-- w --><a class="postlink" href="http://www.aid.de">www.aid.de</a><!-- w -->
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann."
(Francis Picabia)
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#2
Niedersachsen dürfte wohl die meisten industriellen Tierhaltungsanlagen haben, daher wurden die Landwirte und ihre Familien ebenfalls auf MRSA-Stämme untersucht und laut Universität München (Link s. u.) ergab sich eine erhöhte Belastung - nicht nur der Tiere, sondern auch der Menschen in den landwirtschaftlichen Betrieben.
Sogar im Umfeld bis zu einem Kilometer um den Betrieb (!) ist die MRSA-Belastung nachweisbar höher, weshalb in unserem Landkreis (Hildesheim) bereits mehrere Widerspruchsverfahren gegen die Ansiedlung neuer Großanlagen anhängig sind. Im Nachbarlandkreis (Region Hannover) hat ein Babyartikelhersteller (Schnuller, Saugfläschchen etc.) erfolgreich die Verlegung seines Betriebes angedroht, falls einem benachbarten bauwilligen Putenmäster eine Genehmigung zur Erweiterung seines bisher erträglich kleinen Stalles erteilt würde.

Nun wird klar, dass es hier nicht um "Baukosmetik" oder "Umweltromantik" geht, sondern auf Grundlage der Studie von Dr. Johannes Frick, nachlesbar unter http://edoc.ub.uni-muenchen.de/11531/1/F...hannes.pdf, eine ganz neue Perspektive auf MRSA und Lebensmittelproduktion eröffnet wird. Theoretisch müsste die individuelle MRSA-Belastung der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte im Zuge der Cross-Compliance zum Nachweis eingefordert werden, wenn man das Prinzip "From Farm to Fork" erstnehmen würde. Aber das ist natürlich ein Scherz...

Übrigens stellt Frick fest, dass auch regelmäßige Besucher landwirtschaftlicher Betriebe mit Tierproduktion einem erhöhten Risiko der MRSA-Aufnahme ausgesetzt sind. Das Universum schlägt tierisch zurück!

Zu guter Letzt ein Verbraucher-Tipp:
Vor planbaren Krankenhaus-Aufenthalten sollte man sich vergewissern, dass die Klinik der Wahl keinen Patienten-Tourismus betreibt - soll heißen, dass die Patienten nicht innerhalb von verschiedenen angeschlossenen Kliniken ständig hin- und herverlegt werden, wie das bisher zwischen vielen Häusern Gang und gäbe ist. Dadurch ist die Gefahr der Verschleppung der MRSA-Keime erheblich erhöht, weil i. A. auf Quarantäne verzichtet wird. Beliebtes Modell: Altenheim - Klinik - Klinik - Altenheim - Klinik - Altenheim usw...

Außerdem ist beim nächsten Krankenhausbesuch ein Blick in die Patienten-Badezimmer angesagt: Wenn die nicht gut gereinigt sind, wie sieht dann wohl der OP aus?

Deshalb stecken niederländische Kliniken drei Patientengruppen IMMER erst in Quarantäne: 1. Alle in Kliniken eingewiesenen Altenheimbewohner, 2. Patienten nach einer Klinikverlegung und 3. DEUTSCHE (!), weil die Krankenhäuser auf unserer Seite noch nicht halb so hygienisch handeln, wie die NL. Die Frühchen-Station einer Bremer Klinik ist ein sehr trauriges Beispiel.
Meike Glaß
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