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Becher "Coffee-to-go" nur für Trinker schwarzen Ka
#1
Hallo liebe Forumsgemeinde,

würdet Ihr damit rechnen, dass ein "Isolier-Trinkbecher für Heiß- und Kaltgetränke" nicht für Kaffee oder Tee mit Milch geeignet ist?


Ich diskutiere derzeit mit dem Hersteller eines Bechers darüber, da ich eben einen solchen gekauft habe und mein Milchkaffee bzw. dessen Reste sich aus dem Deckel aufgrund seiner Konstruktion nicht auswaschen lassen und ich den Becher somit nicht so nutzen kann, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Am Becher hing ein kleines Schildchen mit Piktogrammen zu den wichtigen Werbeaussagen: Hält x Stunden warm und y Stunden kalt; Füllmenge; leicht zu reinigen; komfortable Trinköffnung; Garantie auf Isolierleistung; ...
Im Innenteil Hinweise zu Spülmaschine, Achtung HEISS, Mikrowelle verboten, ... und irgendwo der Satz "Dieses Produkt darf nicht für Milchprodukte oder zur Warmhaltung von Babynahrung verwendet werden. (Gefahr von Bakterienwachstum)".

Darauf bezieht sich der Hersteller nun, will mir aber aus Kulanz einen neuen Deckel schicken, so dass ich den Becher wenigstens für milchfreie Getränke nutzen kann.


Selbst wenn Milchkaffee am Ende wohl doch unter den Begriff "Milchprodukte" fällt (kann man m.E. aus der Verordnung ableiten) und der Hinweis da ist - am Verbraucher vorbei konstruiert ist der Becher für mein Empfinden dennoch.



Habt Ihr ähnliches erlebt? Oder wie seht ihr den geschilderten Fall?


Liebe Grüsse
Saftschubse ..... die sich erstmal einen Tee eingiesst
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#2
Hallo Saftschubse,

Milchkaffee oder Tee mit Milch würde ich zweifelsfrei als Heißgetränk bezeichnen. Wenn der Hersteller damit wirbt: Für Heiß- und Kaltgetränke so müsste dies auch für die vorgenannten Getränke gelten.

Da die Information, dass Getränke mit Milch davon ausgeschlossen sind, offensichtlich im "Kleingedruckten" stand, würde ich mit meinem laienhaften Rechtsverständnis, von einer Irreführung des Kunden und somit einem ungültigen Kaufvertrag ausgehen. Also Becher zurückbringen und Geld wiederbekommen. So würde ich das sehen. Ein Anruf bei der Verbraucherschutzzentrale wird die aber bestimmt die nötige Rechtssicherheit geben.

Viele Grüße und auf keine Fall abwarten und Tee trinken sondern dagegen angehen.

Viele Grüße
Michael Bäuml
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann."
(Francis Picabia)
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#3
Hallo Micha,

ich hatte mich an den Hersteller gewandt mit genau Deinen Argumenten und die Rückgabe des Bechers angekündigt, da hat er mir den Deckeltausch angeboten.
Mal gucken, der Deckel lässt nun auch schon 4 Wochen auf sich warten, aber vielleicht hängt er im Zoll? Aber ich habe eine Rechnung über 0 € bereits vorliegen mit Zolltarifnummer und allem und am Ende kostet das Ding im Verkauf auch nur knapp 6 €.
Aber ich denke ich werde den Becher dennoch zurückbringen wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin, ich der ich ihn im Vorbeigehen (och guck mal, na bei der Gelegenheit nehme ich den Becher gleich mit). Nicht geeignet bleibt nicht geeignet.

LG
Saftschubse
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#4
Wink 
Einen wunderschönen guten Morgen,

auch heute möchte ich enmal wieder ein altes Thema aufgreifen, um dieses mit neuen Informationen zu versehen. Einmal, um interessante Veröffentlichungen als Multiplikator zu verteilen, zum anderen, weil ich auch einige Textpassagen zum Schmunzeln finde.

Wir haben schon vor fünf Jahren mit dem Thema "Caffee-to-go" in unserem Forum begonnen. Gerne würde ich sagen, dass seit unserer Initiative viele Stände diesen Kaffee aus Togo anbieten, manche sogar zum Mitnehmen, aber ... mache ich nicht, denn der Witz ist schon viel zu ausgelutscht. Aber in den bisherigen Diskussionen der Öffentlichkeit hat natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit ein sehr hohen Stellenwert. Mensch muss sich nur einmal vergegenwärtigen, dass ich Deutschland nach einem Artikel des Spiegels etwa 7,5 Millionen Kaffeebecher täglich in Deutschland verbraucht werden. Das Problem dabei ist, dass es eben kein "Pappbecher" ist, sondern ein Mischmaterial. Aus diesem Grund sind im letzten Jahr die "Becher zum Wiederauffüllen" in den verschiedenen Bäckereien und Imbiss-Stationen groß ins Kommen gekommen. Ein Grund, weshalb sich auch das BfR mit diesem Thema beschäftig hat, und Tipps zum Umgang damit veröffentlichte. Interessant ist ... "Gegebenenfalls sollte von einer Befüllung abgesehen werden, falls die automatische Abfüllanlage einen unhygienischen
Eindruck macht oder verschmutzt ist." Icon_smile Also, ich würde in diesem Falle auch keinen Einwegbecher verwenden. Icon_smile

Wichtig ist aber sicherlich die Dikussion um das mehrmalige Befüllen ohne ausreichende Zwischenreinigung:
"Besteht durch das Abfüllen von Heißgetränken in mitgebrachte Mehrwegbecher das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Nutzerin oder des Nutzers? - Bei Heißgetränken ist das Infektionsrisiko generell als eher gering einzuschätzen, da die meisten Bakterien bei den hohen Temperaturen absterben. Bei Beachtung der Hygieneempfehlungen und sachgerechter Handhabung ist nicht mit einem wesentlichen zusätzlichen gesundheitlichen Risiko durch das Abfüllen von Heißgetränken in mitgebrachte Mehrwegbecher zu rechnen." Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass bei kalten Getränken schon ein wenig mehr zu berücksichtigen ist. Dennoch ist auch hier die Gefahr als gering anzusehen, da eventuelle pathogene Mikroorganismen im Trnkbereich des Bechers ja von einem selber stammen, so dass der Körper derzeit mit diesen MO's umgehen kann.

"Welche Materialien sind für Mehrwegbecher geeignet? - Die Materialien sollten spülmaschinenfest und hitzebeständig sein"

Zur Frage, ob ein Mehrwegbecher befüllt werden darf oder nicht, bleibt das Konzept des EU-Hygienepakets bestehen. Es liegt in der Eigenverantwortung des Lebensmittelunternehmers, hier aber insbesondere beim Verkaufspersonal. Also, selbst wenn der Lebensmittelunternehmer dafür ist, darf das Verkaufspersonal die Befüllung eines oder mehrerer Mehrwegbecher in ihrer Verantwortung gegenüber der Sicherheit des Endverbrauchers verweigern. Eine Pflicht zur Reinigung der Mehrwegbecher im Shop besteht auch bei Shops, die eine Wiederbefüllung anbieten, nicht.


Zitate stammen aus: FAQ des BfR vom 26. Juni 2018 "Fragen und Antworten zur Nutzung kundeneigener Mehrwegbecher für „Coffee to go“


Einen schönen Arbeitsweg wünsche ich euch.


Angehängte Dateien
.pdf   fragen-und-antworten-zur-nutzung-kundeneigener-mehrwegbecher-fuer-coffee-to-go.pdf (Größe: 28,86 KB / Downloads: 0)
"Wenn Du das Umögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist" Sir Arthur Canon Doyle
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