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Kontrolle Kerzenfilter CCP
#1
Hallo,

ich hätte da mal eine Frage:
Wir stellen Getränke her. Zur Filterung der Getränke werden u.a. Kerzenfilter eingesetzt (CCP). Da es sich um einen CCP handelt, muss die Überwachung ja ziemlich streng genommen werden. So ist es nötig, den Filter nach jeder Filtration auseinanderzubauen und auf Risse und andere Beschädigungen zu untersuchen.
Ich bin jetzt auf der Suche nach Verfahren, dieses Auseinanderbauen (wirklich sehr aufwendig) vll nicht mehr nach jeder Filtration zu machen.
Ich dachte an Überwachungsmaßnahmen wie:
- Druckhaltetest
- Installation Sieb nach Filter als Indikator für Unversehrtheit

Hat jmd. Erfahrungen mit dieser Geschichte und kann mir vll weiterhelfen, wie ich dieses Problem lösen kann... oder vll kann es auch einfach nicht gelöst werden und wir müssen uns damit abfinden, den Filter immer wieder auseinanderzubauen und zu kontrollieren.

ich dank schon mal im Voraus!
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#2
Kann leider nicht helfen, aber da ihr Filtert:
Wäre diese Art der Filtration für Molke geeignet?
Mat beschte Gréiss
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#3
tja... das weiß ich natürlich nicht genau... also es handelt sich um tiefenfiltration.
Ich denke, man muss die abscheiderate oder porengröße von Filtern an sein Produkt anpassen... mehr kann ich dazu nicht sagen... molkeproduktion ist leider nicht mein gebiet Wink
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#4
Hallo Essklasse,

Ist der Filter als Fremdkörperrückhaltesystem gedacht? Würde dafür nicht auch ein (einfacher zu kontrollierendes) Eckrohrsieb reichen? Ich bin seit einigen Jahren raus aus der Fruchtsaftindustrie (Mischen+Abfüllen), damals hatten wir Eckrohrsiebe. Dann würde der Tiefenfilter vielleicht nicht mehr als CCP zu bewerten sein?

Tiefenfiltration.... Apfelsaft? Entfernen von Trübungen oder von Alicyclobacillus oder anderen Keimen?

@LuxQM: Was willst Du denn aus der Molke filtrieren? Ein guter Ansprechpartner ist hier z.B. Pall.

Gruss
Saftschubse
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#5
Hallo Saftschubse,


es geht in unserem Fall um Spirituosen (> 15 %vol.) , das heißt wir wollen einerseits Trübungen entfernen (Qualität) und andererseits natürlich jegliche Art von Fremdkörpern (Sicherheit). Keime sind nicht unser Problem, wegen des Alkoholgehalts.

also meinst du, man könnte die Tiefenfiltration zu Qualitätszwecken beibehalten (dann kein CCP mehr) und ein Eckrohrsieb für die Fremdkörper benutzen. Das wäre dann unser neuer CCP?
Es wäre dann sicherlich sinnvoll, das Sieb so spät wie möglich zu installieren.
Danke schon mal für die Hilfe.
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#6
Hallo Essklasse,

genau, ein Sieb so spät wie möglich, das kann bei Euren Produkten ja Problemlos ein ziemlich feines Sieb sein. Das wäre der CCP (oder oPRP, je nachdem welche Herangehensweise ihr habt).

--> Arbeitet ihr mit der Unterscheidung CP/CCP oder PRP/oPRP/CCP?

Der Tiefenfilter wäre dann "nur" ein Qualitätskontrollpunkt.


Liebe Grüsse
Saftschubse
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#7
Wir unterscheiden in CCP / CP.
Die Sache mit dem Eckrohrsieb führt mich dann gleich zu meiner nächsten Frage... Was für eine Porengröße / Maschenweite nehme ich da am besten?
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#8
Tja... eigentlich sagt man: je kleiner, je sicherer. Je kleiner heisst irgendwann dann aber auch "Engpass" in der Leitung und damit Druckunterschiede.

Frage dich, wie gross Fremdkörper sein können, die - wenn Du das Sieb tatsächlich erst nach dem Tiefenfilter platzierst - bis zum Sieb gelangen könnten und ob sie gefährlich für den Verbraucher sein könnten.
Oder ob du dem Tiefenfilter zum Schutz den Tiefenfilters ein Sieb vorschaltest und der Abfüllung eines vorschaltest, das FK zurückhält, die zwischen Tiefenfilter und diesem Filter ins Produkt gelangen könnten.
Vielleicht ist das Sieb dann sogar kein CCP mehr, sondern ein CP.

Wir hatten - wenn ich mich richtig erinnere - damals 2mm. Ab dem Sieb hätten höchstens noch Teile aus dem Pasteur oder den Rohrleitungen oder der Abfüllanlage (da waren aber alle Schrauben gross) reinkommen können und in der Abfüllung war zum Schutz der Füllventile auch nochmal ein Sieb, aber das konnte man nicht so einfach ziehen (Sterilbereich), also gab es das Eckrohrsieb an einer früheren Stelle des Abfüllweges.


Hilft das?

Gruss
Saftschubse
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#9
Guten Morgen,

vielen Dank, das hilft schon einmal sehr.
Wie ich es allerdings gehört habe, tun sich Außenstehende (Behörde, Auditor usw.) schwer mit einem Betrieb, der keinen CCP hat. Mir fehlt da allerdings die Erfahrung, da ich erst seit 4 Monaten meinen Abschluss habe und auch seitdem erst im Betrieb bin. Stimmt das, oder kriegt man die Auditoren mit einer guten Erklärung rum?

Beste Grüße
Essklasse
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#10
Hallo Essklasse,

klar gibt es Betriebe ohne CCP! Und Auditoren und Behörden muss man nicht mit einer Erklärung "rumkriegen": wenn der Betrieb keinen CCP identifiziert hat, hat er das in seiner Risikoanalyse nachvollziehbar gemacht.

Welche Gesundheitsgefahr geht denn wirklich von Eurem Produkt aus? Mikrobiologisch bestimmt nicht, vielleicht chemisch (MeOH, Blausäure, andere?). Gibt es Fremdkörper die gross genug sind und nicht gesehen werden würden?

Ich sage nicht, dass die Fremdkörperkontrolle kein CCP ist, aber es kann bei der Risikoanalyse herauskommen, dass es kein CCP ist.

Viele Grüsse
Saftschubse
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#11
Guten Morgen,

also unser einziges "Problem" sind tatsächlich Fremdkörper. Wir hatten zwar noch nie ein Problem damit, aber es liegt das Hauptaugenmerk drauf. Ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass Fremdkörper durch das Ventil am Fülle passen würden. Das muss ich allerdings nochmal in Erfahrung bringen.
Biologische und chemische Kontamination ist eigentlich kein Thema für uns.

Es wäre wirklich toll, wenn hier irgendjemand einen anderen Getränke- oder Spirituosenbetrieb einmal von innen gesehen hat, und vll seine Erfahrung schildern kann. Smile Immer her damit! Smile

Ich danke dir aber schon mal für deine Hilfe, Saftschubse! Big Grin
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#12
Hallo Essklasse,

habt ihr Glasflaschen? Wahrscheinlich.
Habt ihr einen Bottleinspector? Werden die Flaschen ausgeblasen / gespült / auf den Kopf gedreht vor dem Füllen? --> Hier ist auch noch eine FK-Gefahr.

Bei den Füllventilen musst du eventuell mit dem Maschinenhersteller in Verbindung setzen welche Grösse an FK durchpassen würde. Dann ist die Frage, ob diese FK-Grösse als gefährlich bewertet wird.
Vielleicht setzt ihr ja sogar noch eine Ausgiesshilfe (oder wie diese Plastikeinsätze auch immer heissen) ein, die das Austreten grösserer FK wieder verhindern würde?

Es gibt nicht "das" HACCP-Konzept, gerade weil es so viele Variablen gibt. Aber von Erfahrungen anderer Betriebe kann man sicher profitieren, keine Frage, und es meldet sich hoffentlich auch noch jemand anderes mit seiner Meinung.

Gruss
Saftschubse
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#13
Hallo noch einmal,
ich grüble zurzeit üer die Maschenweite / Porengröße eines Siebes, welches ggf. installiert wird. Ab welcher Größe ist ein FK denn gesundheitsschädlich... kann man das denn einfach so behaupten. Ich hatte jetzt so an 1 mm gedacht, in der Hoffnung, dass es dadurch nicht zu "Stau" am Sieb kommt.
Hat jmd. Erfahrung mit Sieben als CCP und Maschenweiten?

und nochmal zu der Frage zuvor: Nein wir haben keinen Inspektor... das ganze passiert durch Sichtkontrolle.

Macht es gut und ein schönes Wochenende! Smile
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