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IFS-Food - Version 7
#16
Puuuh... wenn ich mir das so ansehe, dann frage ich mich:

Warum tut man sich das denn sowas freiwillig an? Smile

Da wirst du doch irre im Kopf und brauchst bald eine Armada an QMlern als Unternehmer Sad
Mat beschte Gréiss
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#17
(01.06.2021, 02:35)LuxQM schrieb: Warum tut man sich das denn sowas freiwillig an?
 
Das Problem liegt sicherlich daran, dass es sich nur um eine bedingte Freiwilligkeit handelt. Das Zertifikat stellt eine Lieferbedingung für verschiedene Handelshäuser dar.

Aber eigentlich wird nicht viel mehr geregelt als auch im Gesetzestext und den Normen beschrieben ist.

Ist der CP wirklich von gestern - Kapitel 2 Folge 4/4
"Das jeweilige Fließdiagramm … weist jeden CCP eindeutig mit Nummer aus." hieß es in der bisherigen Versionen des IFS Food. Entsprechend des Grundgedankens des Codex Alimentarius sollten zum Zeitpunkt der Erstellung des Fließdiagramms die CCP's noch nicht bekannt sein. Ein sinnvolles Gegenargument ist jedoch auch, dass der Prozess zyklisch wiederholt werden soll, so dass die bisher gewählte Formulierung im IFS-Food-6 ab dem zweiten Durchlauf keinen Widerspruch mehr darstellt. In der aktuellen Version wurde das Implementieren der CCPs im Fließdiagramm mit dem zeitlichen Verweis "nach Festlegen der Kontrollmaßnahmen" ergänzt.

Neu ist, dass auch andere Kontrollmaßnahmen implementiert, also im Fließdiagramm aufgeführt werden sollen. Andere Kontrollmaßnahmen ist in diesem Falle aber nicht als eine vollumfängliche Beschreibung zu verstehen, sondern ersetzt die bisherige Formulierung der CPs. CPs sind in der neuen ISO-22.000-Formulierung nicht mehr enthalten. Hier spricht mensch von PRPs, oPRPs und CCPs. Im Glossar des IFS-7 wurde dieser Grundgedanke auch unter dem Punkt "Kontrollmaßnahmen" aufgeführt. "Identifiziert durch die Gefahrenanalyse und Risikobewertung, um die Wahrscheinlichkeit der Einbringung oder Verbreitung eines Sicherheitsrisikos in das Produkt und/oder die Umgebung zu kontrollieren. Ein Kontrollverlust zu diesem Zeitpunkt kann jedoch nicht zu einem Gesundheitsproblem führen." Diese Änderung zieht sich auch durch die weiteren Punkte des HACCP-Kapitels.

Ansonsten bleibt alles bei der geübten Anwendung der HACCP.


Quelle: Standardeigner IFS: IFS-Food - Standard zur Beurteilung der Produkt- und Prozesskonformität in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und -qualität; Version 7, Deutsch; Oktober 2020.
Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine persönliche Interpretation von mir auf Grundlage des Lesens der unten angegebenen Quelle und soll als Diskussionsgrundlage dienen. Ich habe nicht am Dokument mitgewirkt, noch habe ich an einer die Train-the-Trainer-Schulung für Zertifizierungsstellen teilgenommen. Bitte bewertet meine Interpretation daher vor einer weiteren Nutzung noch einmal selbstständig.
"Wenn Du das Umögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist" Sir Arthur Canon Doyle
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#18
quantitative Änderungen im Kapitel 3

Reduzierung: von 35 Anforderungen auf 30 Anforderungen
neu: 0 Anforderungen
Zusammenfassung: 6 Anforderungen
gestrichen: 2 Anforderungen


Die innerbetriebliche Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und die Bereitstellung der Ressourcen sind eine wesentliche Säule für die Sicherstellung der Lebensmittelhygiene. Die dafür umzusetzenden Punkte stellen aber nicht nur einen Bestandteil der Änderungen in der aktuellen Version des  IFS-Food-Version 7 dar, sondern sind auch in den gängigen Leitlinien der Guten-Hygiene-Praxis verankert.

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Richtlinien oder Normen einen Gesetzescharakter haben oder eben nicht. Zur Differenzierung sollte mensch eine gesetzliche Kausalität einmal bildlich vorstellen. Eine mündige Endverbraucherin steht in einer Verkaufsfiliale einer Großbäckerei und würde gerne ein Brötchen kaufen. Durch das Verkaufsgespräch kommt ein Vertrag nach BGB §§ 145 ff. zustande. Grundlagen dieses Vertrags sind die zum Zeitpunkt des Vertrags gemachten Angaben des Verkäufers. Durch den Satz: "Ich hätte gerne drei der Brötchen da links neben den dunklen" kommt der Verkaufsvertrag bereits ohne ein Verkaufsgespräch zustande. Wie ist dies in detaillierten Schritten abgelaufen?
1.) Kundin betritt den Laden mit dem Wunsch, "Brötchen" zu erwerben.
2.) Bäckerin bietet durch die Auslage Ware an --> eine erste Prüfung des Angebots auf visuelle Parameter erfolgt durch den Kunden
- dunkles Brötchen,
3.) durch die Produktkennzeichnungen vor der Ware werden grundsätzliche Informationen zur Verfügung gestellt, wie Produktbeschreibung und Preis --> hier stellt die Kundin fest, dass es keine "Brötchen" im Angebot gibt, aber beispielsweise "Weizen-Vollkorn-Brötchen"
- dunkles Brötchen
- aus Weizenvollkornmehl
- Preis
4.) Kundin akzeptiert mit der Bestellung das Angebot.
Nun kommt der schwierige Teil. Alle Informationen, die nicht zur Verfügung gestellt wurden, sind dennoch Teil des Angebots. Jede Seite hat die Möglichkeit, während des Verlaufsgespräch auf Besonderheiten hinzuweisen, beispielsweise:
Kundenanforderung: "Sind da ganze Körner drin?"
Lieferantenanforderung: "Nein, aber drinne ist Käse."
Nun würden weitere Besonderheiten implementiert sein:
- dunkles Brötchen
- aus Weizenvollkorn
- Preis
- ohne Saaten
- mit Käse
BGB - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis (gesetze-im-internet.de)
Ein Brötchen bitte: Der Kaufvertrag - Begründung und Inhalt (lecturio.de)

Ebenso verhält es sich mit den DIN-Normen im verarbeitenden Gewerbe. Bleiben wir beim backenden Gewerbe. Ein durchaus typisches Beispiel wäre die Hygienekleidung. Diese wird in unserem als Beispiel dienendem Unternehmen durch die Mitarbeiter zu Hause gereinigt. Wenn in den Spezifikationen des produzierenden Unternehmens keine Informationen zu Hygienekleidung und deren Reinigung enthalten sind, und das ist eigentlich die Normalität, kann der Kunde dieses Unternehmen davon ausgehen, dass der Stand der Technik bezüglich der Reinigung von Hygienekleidung eingehalten wird. Der Stand der Technik ist beschrieben in der DIN-Norm 10524 - Hygienekleidung in Lebensmittelbetrieben. Hier wird jedoch beschrieben, dass einer Reinigung der Hygienekleidung durch die Mitarbeiter nicht der heutigen Auffassung von guter-Hygiene-Praxis entspricht. 

Fazit: Das Unternehmen verstößt gegen die unausgesprochenen, aber nachvollziehbar vorliegenden Kundenerwartungen. Dies müsste in einem IFS-Food-Audit, unabhängig von den Anforderungen zur  Hygienekleidung abgewertet werden. Anders lege der Fall, wenn das Unternehmen in den Dokumenten zum Kaufvertrag (Spezifikationen, AGB's) darauf hinweist, dass für die Reinigung der Hygienekleidung ein werksinterner Standard vorliegt. In diesem Falle bestände für den Kunden die Möglichkeit, sich nach diesem zu erkundigen. Wird dieser ohne Nachfragen akzeptiert, gilt er dennoch als vereinbart.

Quelle: Standardeigner IFS: IFS-Food - Standard zur Beurteilung der Produkt- und Prozesskonformität in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und -qualität; Version 7, Deutsch; Oktober 2020.
Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine persönliche Interpretation von mir auf Grundlage des Lesens der unten angegebenen Quelle und soll als Diskussionsgrundlage dienen. Ich habe nicht am Dokument mitgewirkt, noch habe ich an einer die Train-the-Trainer-Schulung für Zertifizierungsstellen teilgenommen. Bitte bewertet meine Interpretation daher vor einer weiteren Nutzung noch einmal selbstständig.
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